Erste Wasseraufbereitung ihrer Art auf den Philippinen

May Harvest setzt auf einzigartige Konzepte zur Wasseraufbereitung – unter Einhaltung strengster Vorschriften

May Harvest Water Treatment Basin

Die neue Wasseraufbereitungsanlage von May Harvest ist die erste ihrer Art auf den Philippinen. Im Wasserbecken schwimmende Fische, die „Säuberung“ eines verschmutzten Bachs und die Bewässerung mit wiederaufbereitetem Wasser sind neue Konzepte in diesem Land. Trotz Lockdowns und Taifunen wurde das Projekt dank der Remote-Unterstützung von Marel schnell und reibungslos umgesetzt. Efren Martinez, Präsident und Vorstandsvorsitzender der May Harvest Corporation, erzählt uns mehr über das Projekt.

„Als wir dieses Werk 1997 in Betrieb nahmen, hatten wir bereits eine eigene kleine Wasseraufbereitungsanlage. Die Kapazität war damals recht groß, aber nachdem wir unser Werk von 6.000 Hähnchen pro Stunde auf 10.000 [von 100 pro Minute auf 166] erweitert hatten, nahm das Abwasservolumen beträchtlich zu. Daher brauchten wir zusätzliche Kapazitäten. Wir baten Marel, uns eine Betriebsstätte vergleichbarer Größe in Europa zu zeigen, woraufhin uns Mike Jansen (Industry Sales Manager Marel Water) zur Besichtigung einer Wasseraufbereitungsanlage in die Niederlande einlud. Dieser Besuch überzeugte uns, eine Partnerschaft mit Marel einzugehen. Heute ist unser Wasseraufbereitungssystem auf 10.000 Tiere ausgelegt.“

Vorschriften auf den Philippinen

Das philippinische Umwelt- und Naturschutzministerium verlangt von jedem Unternehmen, vor allem von Herstellungsbetrieben, eine Abwasseraufbereitungsanlage. „Doch nur wenige Unternehmen sind in der Lage, dieser Vorschrift nachzukommen. Ich glaube, wir sind das erste und bisher einzige Unternehmen auf den Philippinen, das eine Wasseraufbereitungsanlage gemäß den strengsten Auflagen betreibt.“

May Harvest Water Treatment Basin2

Das Wasser im Klärbecken von May Harvest ist so sauber, dass Fische darin leben

Konfiguration

John Fuentes, Projektmanager bei May Harvest, fügt hinzu: „Zum Glück war unser Vorstandsvorsitzender so vorausschauend, schon zu einem frühen Zeitpunkt ein Belebungsbecken zu installieren. Es hatte ein Volumen von ca. 6000 Kubikmetern, daher mussten wir es nicht umbauen. Wir ergänzten das vorhandene System mit zwei gewölbten Sieben, einem Ausgleichsbehälter, einer Vorbehandlungsanlage samt Einheit zur Druckentspannungsflotation (Dissolved Air Flotation, DAF) und einem neuen Klärbecken.

Wasserversorgung

Zur Wasserversorgung pumpt May Harvest Wasser aus dem eigenen Quellwasserbrunnen ab. Zugleich ist das Unternehmen bestrebt, den Wasserverbrauch zu verringern. Das ist keine behördliche Vorgabe, sondern eine Priorität, die sich das Unternehmen selbst gesetzt hat. May Harvest übernimmt hier die Rolle eines echten Vorreiters. „Bislang ist es uns gelungen, den Wasserbedarf pro Tier von 18 Litern auf 12 Liter zu senken. Durch die Abwasseraufbereitung werden wir in der Lage sein, den Wert sogar auf 10 oder 9 Liter zu verringern. Das ist unser Ziel“, erläutert Efren Martinez.

May Harvest Water Treatment Efren Martinez

Das Team von May Harvest vor der Wasseraufbereitungsanlage. Von links nach rechts: John Fuentes, Projektleiter, Efren Martinez, Präsident und Vorstandsvorsitzender, James Daly, Geschäftsentwicklung

Fischteich

John Fuentes fügt hinzu: „Die braune Farbe des Wassers im Belebungsbecken ist ein Zeichen für sehr gesunde Bakterien, die unser Wasser reinigen. Es schwimmen ja sogar Fische in unserem Klärbecken. Wir möchten Besuchern die hohe Qualität unseres aufbereiteten Wassers vor Augen führen und ihnen zeigen, dass Tiere in dem von uns behandelten Wasser überleben. Denn das bedeutet ja: Wenn die darin überleben, muss unser System funktionieren. Wir nennen es auch nicht mehr Schmutzwasser. Die einzige Einschränkung: Wir können es nicht trinken.

Reinigungseffekt im Bach

Wir recyceln das Wasser zur Bewässerung von Reisfeldern gleich neben dem Werksgelände. Außerdem pumpen wir es in verunreinigte Firmenbereiche zurück, wo wir damit den Boden, die Käfige und die Lkw-Reifen reinigen. Insgesamt führen wir 30 % des wiederaufbereiteten Wassers der Wiederverwendung zu. Die anderen 70 % werden in einen reichlich verschmutzten Bach geleitet. Um uns herum befinden sich andere Erzeugerbetriebe, die tierische Nebenprodukte in denselben Bach ablassen. Wir haben stromauf- und stromabwärts von unserem Betrieb Wasserproben entnommen und konnten nachweisen, dass die von uns eingeleiteten Wassermengen die Verschmutzungskonzentration verringern und somit zur Reinigung des Bachs beitragen.“

„Wir nennen es nicht mehr Schmutzwasser. Die einzige Einschränkung: Wir können es nicht trinken.”

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Efren Martinez
Präsident und Vorstandsvorsitzender der May Harvest Corporation

Lockdowns und Taifune

Trotz des Lockdowns auf den Philippinen wegen der Covid-19-Pandemie wurden die Bauarbeiten fortgesetzt. Schwierig dabei war jedoch die Abwesenheit der ausländischen Marel-Techniker. „Wir haben allerdings eine Arbeitsweise gefunden, die für beide Seiten von Vorteil war. Jeden zweiten Tag fanden virtuelle Meetings statt, und wir könnten per Bild- und Videoübertragung offen kommunizieren. Wir könnten Fragen stellen oder einreichen, und sie wurden von Marel wirklich schnell beantwortet. Schließlich konnte einer der Marel-Techniker uns hier vor Ort aufsuchen, und er hat nur zwei Wochen gebraucht, um das gesamte System betriebsfähig zu machen“, berichtet Efren Martinez.

„Trotz Taifunen und anderweitig schlechtem Wetter konnten wir die Bauphase reibungslos und ohne Verzögerungen absolvieren. Wir konnten alles binnen acht Monaten aufbauen. Und während des Baus konnten wir sogar unsere vorhandenen Verarbeitungssysteme weiterbetreiben. Möglich war das alles nur durch den Einsatz unserer Mitarbeiter und mit der Remote-Unterstützung von Marel, für die wirklich sehr dankbar sind.“

Unternehmenswebseite: mayharvestcorp.com

May Harvest Water Treatment Drone View


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